| Paul Scharner. © F. Rasch |
Am heutigen Freitag beginnt die Bundesliga-Saison 2013/2014. Am Trainingsgelände des Hamburger SV tummeln sich in den vergangenen Tagen zahlreiche Medienvertreter. Die Anwesenheit der Reporter hat allerdings keine sportlichen Gründe. Es geht um einen selbst fabrizierten Nebenschauplatz des HSV, der vermutlich durch eine etwas ungewöhnliche Transferpolitik zustande kam.
Der Fußball-Bundesligist Hamburger SV verpflichtete in der vergangenen Saison den Österreicher Paul Scharner für die Innenverteidigung. Seitdem absolvierte der 33-Jährige lediglich 49 Bundesliga-Minuten im HSV-Trikot. Zur Rückrunde wurde Paul Scharner in die Premier League verliehen. Im Mai teilte Trainer Thorsten Fink dem Spieler mit, dass man zur neuen Saison mit ihm planen würde.
Danach bekam der Hamburger SV mit Oliver Kreuzer einen neuen Sportchef. Vorgänger Frank Arnesen wurde beim HSV entlassen. Zu diesem Zeitpunkt ging Scharner davon aus, dass er seine private Zukunft in Hamburg planen kann. Doch nun teilte man dem Verteidiger in einem Gipfel mit, dass er sich einen neuen Verein suchen soll.
Welche Aussagen entsprechen der Wahrheit?
Sky berichtet, dass es in der Vorbereitung in Österreich ein Gespräch gegeben haben soll, bei dem beide Seiten (Paul Scharner mit Karriereberater Valentin Hobel und HSV-Sportchef Oliver Kreuzer) anwesend waren. Laut Hobel teilte man Scharner mit, dass er eine Chance erhalten wird. Kreuzer behauptet das Gegenteil und sagte, dass man nicht mit dem Österreicher plane.
In der BILD-Zeitung klagte Paul Scharner an: „Ich werde erpresst. Ich habe vier Optionen. Ich kann wechseln. Ich kann Krieg führen. Ich kann zur U23 gehen. Oder ich kann aufhören. Auch das ist eine Möglichkeit.“ Beim HSV kamen die Sätze des Spielers nicht so gut an. Nach der Drohung Krieg führen zu wollen, erhielt Paul Scharner eine SMS von Sportchef Oliver Kreuzer.
In der SMS fordert Kreuzer den Spieler dazu auf, ab Montag in Ochsenzoll bei der U23 zu trainieren. Ob das wirklich geschieht ist ungewiss. In einem Interview mit Sky-Sport-News HD kündigte Scharners Karriereberater an, dass man sich rechtlich beraten lassen möchte. Immerhin hat der 33-Jährige beim Hamburger SV noch einen Vertrag bis 2014.
Unruhe hausgemacht
Man gewinnt den Eindruck, dass der HSV Schuld an dem Theater ist. Obwohl man ausreichend Innenverteidiger im Kader hatte, wurden zwei weitere Spieler und ein Talent hinzu geholt. Nun hat der HSV ein deutliches Überangebot an Abwehrspielern. Nicht nachvollziehbar ist dabei, dass der Verein auf dem Markt aktiv wird, obwohl man kein Geld in der Klub-Kasse hat.
In dem Fall ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Auch in den kommenden Tagen wird das Thema in den Medien präsent sein. Nun bleibt zu hoffen, dass die Parteien eine gute Lösung finden die beide Seiten glücklich stimmt. Ansonsten hat man sehr viel Unruhe im Verein – und das kurz nach dem Start der neuen Bundesliga-Saison 2013/2014. (fr)
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