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| Jungfernstieg © Eckart Kleßmann |
Der Große Hamburger Brand von 1842 forderte insgesamt 51 Menschenleben und etwa 20.000 Bürger wurden obdachlos. Im Mai 2012 jährte sich die Katastrophe bereits zum 170. Mal, weshalb wir daran erinnern wollen. Durch das Feuer veränderte sich die Stadt in den Folgejahren. Sehr großen Anteil daran hatte William Lindley.
Nachdem der Große Brand im Mai 1842 in der Deichstraße ausbrach und auf herkömmlichen Weise nicht zu stoppen war, musste eine andere Lösung her. Der Hamburger Spritzenmeister Adolf Repsold versuchte die Senatoren davon zu überzeugen, dass die Stadt nur gerettet werden kann, wenn man eine Schneise in einige der Häuser sprengt. Der Polizeisenator lehnte das Vorhaben bei einer ersten Anfrage ab.
Bereits vor dem Hamburger Brand machte sich der englische Ingenieur William Lindley in Hamburg einen guten Namen. Lindley war 1833 an der Planung einer nie realisierten Eisbahnstrecke von Hamburg nach Lübeck beteiligt und wurde 1838 mit den Bau einer Strecke von Hamburg nach Bergedorf beauftragt. Im Jahr 1800 geboren, war Lindley zu diesem Zeitpunkt noch sehr jung.
Aufgrund seines hohen Ansehens, gelang es William Lindley während des Brands 1842 den Polizeisenator davon zu überzeugen, dass die Sprengung von Häusern notwendig ist, um das Feuer zu stoppen. Erst die Sprengung des Rathauses schaffte die notwendige Brandschneise, um die Flammen aufzuhalten. So hatte Lindley einen großen Anteil daran, dass nicht die ganze Stadt zerstört wurde.
Der Große Hamburger Brand tobte insgesamt vier Tage und zerstörte sehr viele Häuser im Stadtgebiet. 20.000 Menschen waren obdachlos nach dem Feuer. Den vielen obdachlosen galt nach dem Brand die erste Sorge des Senats. Sehr schnell wurden rund um die Alster mehrgeschossige Behelfsheime und Notwohnungen aufgebaut damit die Menschen eine Unterkunft haben.
William Lindley entwarf Teile der Stadt
Den Helfern und Arbeitern schlugen beim abräumen der Trümmer immer wieder Flammen entgegen, was die Arbeiten erschwerte. Sogar Monate später, im Herbst 1842, wurden immer noch Brandherde unter den Trümmern entdeckt. Doch die Bürger der Stadt schauten nach vorn und versuchten das Beste aus der schwierigen Situation zu machen.
Nachdem die Trümmer teilweise beseitigt wurden ging es an den Wiederaufbau. Wieder war es William Lindley, dessen Ideen in das neue Hamburg mit einflossen. Lindley entwarf eine ganz neue Stadt mit breiten Straßen, wie man sie zuvor noch nie in anderen Städten gesehen hatte. Es wurden neue, viel größere Speicher, direkt am Hauptstrom der Elbe gebaut.
Es entstanden Brücken, die den späteren Ausbau des Schienennetzes mit berücksichtigen. Auch der erste Entwurf des neuen Rathauses stammt von Lindley, ebenso wie die Idee davor einen großen Vorplatz zu bauen, dem heutigen Rathausplatz. Der englische Ingenieur war seiner Zeit voraus. Er ahnte schon damals, dass Hamburg wachsen wird und ließ entlang der Alster breite Ausfallstraßen entwerfen. (fr)
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