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| © Ronald Rossig / unter-hamburg e.V |
Jeder Hamburger kennt die ehemalige McDonald`s-Filiale an der U-Bahnstation Hoheluftbrücke. Direkt dahinter befindet sich ein Stück Geschichte: Ein alter unterirdischer Röhrenbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Nun wird der Bunker abgerissen. Ein Stück Geschichte verschwindet.
2010 fand im Hamburger Bezirk eine Abstimmung darüber statt, ob das McDonald`s-Restaurant, die dahinter liegende Asphaltfläche und der unterirdische Röhrenbunker erhalten werden soll. Allerdings beteiligten sich nur 16 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung, weshalb das Ergebnis am Ende keine Rolle spielte.
Rund 68 Prozent der abstimmenden Eimsbüttler hatten sich damals für den Erhalt dieser alten Filiale und des Bunkers ausgesprochen. Doch es half nichts. Nun wurde das alte McDonald`s-Restaurant abgerissen. Der Abriss des dahinter liegende unterirdische Röhrenbunkers ist der nächste Schritt. Die Arbeiten haben bereits begonnen und sind fast abgeschlossen.
Vom U-Bahnsteig der Haltestelle Hoheluftbrücke konnte man die Abrissarbeiten gut beobachten. Jetzt ist vom Bunker nicht mehr viel zu erkennen. Es gibt sicherlich einige Menschen, die über den Abriss solcher „Schandflecken“ glücklich sind. Es gibt aber auch einige Hamburger, denen der Bunker im Zweiten Weltkrieg das Leben gerettet hat, weshalb solche Bauwerke ein wichtiges Stück Geschichte sind.
Besichtigung des Röhrenbunkers Hoheluftbrücke
Bevor die Abrissarbeiten im Dezember begannen, hatte uns der 1. Vorsitzende von Unter Hamburg e.V., Ronald Rossig, darüber informiert das wir den Bunker begehen können. Neben
unter-hamburg e.V. war ein Mitarbeiter von
Hamburger Unterwelten e.V., ein Mitarbeiter des
NABU und ein Fachmann mit Gasmessgerät dabei, als man den Bunker für uns öffnete.
Zwei Arbeiter stemmten den zugemauerte Vordereingang des Bunkers frei, damit man Zutritt hat. Während der Arbeiten kam eine ältere Anwohnerin vorbei, schaute neugierig und sagte: „Mein Mann erzählte, dass er in diesem Bunker früher Schutz suchte.“ Schade, dass die Dame nicht mehr Informationen dazu hatte, es wäre sicherlich interessant gewesen. Mit hinein wollte sie nicht.
Obwohl der unterirdische Röhrenbunker viele Jahrzehnte verschlossen war, war das alte Bauwerk bei unserem Besuch in einem guten Zustand. Es waren keine angesammelten Gase vorhanden, wie ein Fachmann sicherstellte bevor wir eintreten durften. Fledermäuse hatten sich auch nicht eingenistet, wie der NABU-Mitarbeiter feststellte.
Nachdem alles vorher genau überprüft wurde, durften wir eintreten in das unterirdische Bauwerk. Man sah sofort, dass in diesem Schutzbau lange kein Mensch war. Viele Geräte waren trotz der Feuchtigkeit im Bunker den Umständen entsprechend gut erhalten. Im vorderen Bereich war kaum Wasser, nur im hinteren Bereich stand das Wasser wenige Zentimeter hoch.
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