Sonntag, 21. März 2021

Jüdischer Friedhof Hamburg Altona: Der „Gute Ort“

Mitten in Hamburg-Altona befindet sich der wohl historischste Ort der Hansestadt: Der jüdische Friedhof in der Königstraße. Der als „Gute Ort“ bezeichnete Friedhof wurde 1611 angelegt und seitdem ständig erweitert. Seit 1869 wird der „Gute Ort“ nicht mehr belegt und seit 2015 steht der jüdische Friedhof in Altona auf der deutschen Tentativliste des UNSECO-Welterbes. 

Der jüdische Friedhof in Hamburg-Altona wurde 1611 angelegt und über viele Jahrzehnte kontinuierlich erweitert. Auf kaum einem anderen Friedhof ist die Geschichte so spürbar wie auf dem in der Königstraße. Mit einer größe von knapp 2 Hektar ist er zudem ein besonders großer Friedhof, der aus zwei Teilen besteht und zusammengelegt wurde: Es gibt einen sefardischen Teil und einem aschkenasischen Teil des Friedhofs. 

„Sefarden“ waren jüdische Einwanderer die von der iberischen Halbinsel stammen und als „Aschkenasen“ wurden Juden bezeichnet, die als Einwanderer aus Osteuropa und Russland kamen. Der jüdische Friedhof Altona gilt nicht nur wegen seines hohen Alters als historisch wertvoll, sondern auch wegen der kulturhistorischen Bedeutung zahlreicher Grabsteine, wodurch er eines der weltweit bedeutendsten jüdischen Gräberfelder ist. 

Durch die Bedeutung dieses Friedhofs hat der „Gute Ort“ laut Aussage namhafter Judaisten den Rang eines UNESCO Welterbes. Seit 1869 wird der Friedhof nicht mehr belegt. Normalerweise ist der Friedhof ein schöner Ort für einen Besuch. Derzeit hat er allerdings aufgrund der aktuellen Situation geschlossen und kann möglicherweise ab dem 18. April wieder besucht werden. Dann wird es wohl auch wieder geführte Rundgänge geben. 

Foto: Jüdischer Friedhof Altona. © Frank Rasch

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